Wenn die Nerven verrückt spielen: Neuralgien

Mit dem Begriff Neuralgien werden schneidende, heftig bohrende oder stechende, oftmals blitzartig auftretende Schmerzattacken im Versorgungsgebiet peripherer Nerven bezeichnet. Die am häufigsten auftretenden Formen sind Neuralgien im Gesichtsbereich (Trigeminusneuralgie) sowie Neuralgien nach Gürtelrosen (Herpes Zoster).

Ursachen für Neuralgien

Ursache für Neuralgien sind bei der Gürtelrose die Varicella-Zoster-Viren. Die Trigeminusneuralgie hat ihre Ursache in einer anhaltenden Reizung der Nervenwurzeln des im Gesichtsbereich aktiven Trigeminusnervs. Geschehen kann dies beispielsweise durch den Druck eines ungewöhnlich verlaufenden Gefäßes im Gehirn, durch Entzündungsprozesse oder durch Verletzungen. Häufig ist jedoch überhaupt keine Ursache erkennbar. Andere Neuralgien können beispielsweise durch Nervendruck an physiologischen Engpässen ausgelöst werden. Man spricht in diesem Fall von Engpaß-Syndromen. Solche Engpässe befinden sich unter anderem im Ellenbogen, am Handgelenk oder im Leistenkanal. Weitere Auslöser für Neuralgien können unter anderem Entzündungen, Geschwülste, Reizgifte, Stress und anhaltende seelische Belastungen sein.

Behandlungsmöglichkeiten

Zur Therapie von Neuralgien werden in erster Linie nervenblockierende Medikamente, die elektronische Nervenstimulation und Entspannungsverfahren eingesetzt. Die alternative Heilmedizin setzt auf schmerzlindernde ätherische Öle (z.B. Eukalyptusöl, Johannisöl, Lavendelöl) und beruhigende Tees (z.B. Baldrian, Melisse, Holunder). Doch leider sind nicht alle Neuralgieformen ausreichend beeinflussbar, so dass Operationen oft unumgänglich sind. Insbesondere die Trigeminusneuralgie kann heute operativ recht erfolgreich behandelt werden.

Als „letzte Maßnahme“ durchtrennen einige Neurologen die schmerzleitenden Nerven oder sie zerstören deren Zentren durch Hochfrequenzstrom. Allerdings birgt dieser Schritt das Risiko der unbeabsichtigten Beeinträchtigung anderer Sinnesempfindungen wie Berührung oder Temperaturempfinden. Nicht selten passiert es sogar, dass der Schmerz nach diesen Maßnahmen wieder zurück kehrt, dann aber oftmals noch stärker als zuvor. Therapeutisch ist er dann kaum noch zu beeinflussen.

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