
Rund 3 von 10 erwachsenen Kopfschmerzpatienten leiden unter Migräne - dennoch galt sie lange Zeit als eingebildete Krankheit.
Als Migräne bezeichnet man anfallsartig auftretende, periodisch wiederkehrende und überwiegend einseitige Kopfschmerzen, welche oft mit Übelkeit, Brechreiz und einer erhöhten Reizbarkeit einhergehen. Häufig werden diese Kopfschmerzen auch, ohne dass ein entsprechender äußerer Reiz vorhanden ist, von verschiedenen flüchtigen Wahrnehmungen oder Empfindungen, wie zum Beispiel Schwindel, Flimmern oder Schwarzwerden vor den Augen, Geschmacks- oder Geruchsempfindungen, oder auch Geräuschwahrnehmungen begleitet. In seltenen Fällen treten sogar zeitweilige neurologische Ausfälle an den Händen, Armen und Beinen oder einer Körperhälfte auf. Es kommt weiterhin zu sensiblen Ausfallerscheinungen oder Sprachstörungen, die sich von selbst langsam zurückbilden.
Die bei einer Migräne auftretenden Schmerzen können als attackenartig, pulsierend, pochend, stechend und einseitig beschrieben werden. Sie dauern zwischen wenigen Stunden bis zu mehreren Tagen an und kommen zweimal im Monat oder auch öfter vor.
Obwohl in Deutschland rund 3 von 10 erwachsenen Kopfschmerzpatienten unter Migräne leiden, galt sie lange Zeit als eingebildete Krankheit. Heute ist jedoch belegt, dass Migräne-Patienten schmerzkrank sind.
Ursachen für Migräne
Die Ursachen der Migräne sind noch nicht endgültig geklärt. Die gegenwärtig favorisierte Hypothese geht von einer Störung des Serotonin-Gleichgewichts aus. Als Folge dieser Störung kommt es zu einer neurogenen Entzündung von Blutgefäßen in der harten Hirnhaut, welche den Schmerz auslöst. Dabei werden so genannte C-Fasern (langsam leitende Schmerzfasern) freigesetzt. Diese Freisetzung verursacht eine Kettenreaktion, die unter dem Oberbegriff neurogene aseptische Entzündung zusammengefasst wird.
Auslösende Faktoren für Migräne-Anfälle
Zu den auslösenden Faktoren für Migräne-Anfälle gehören psychischer Stress, ein gestörter Schlaf-Wach-Rhythmus, der Genuss von Alkohol, Käse oder Schokolade sowie hormonelle Einflüsse. Letztere sind bei Frauen besonders häufig zu beobachten. Bei vielen Patientinnen besteht eine Abhängigkeit der Migräne-Anfälle vom Menstruationszyklus. Andererseits bleiben während der Schwangerschaft die Anfälle oft völlig aus oder nehmen in der Menopause in ihrer Häufigkeit ab. Es gibt aber auch Migräne-Anfälle, die sich ohne erkennbare oder erklärbare äußere Einflüsse bemerkbar machen.
